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Hintergrund
∎ Lesen und Schreiben lernen
∎ Individueller Erwerbsverlauf
∎ Lese-/Rechtschreibschwäche (LRS)
∎ Erfolgreiche Förderung
Der Schriftspracherwerb gelingt vielen Kindern nicht mit der Geschwindigkeit, von der die Lehrpläne der Bildungsinstitutionen ausgehen. Einige Kinder benötigen sogar individuelle Förderung, um überhaupt kompetent lesen und schreiben zu lernen. Entsprechend groß ist die Vielfalt der außerschulischen Angebote zum Training des Lesens und der Rechtschreibung.
Allerdings nutzen nicht alle Angebote gleichermaßen effiziente Methoden der Lerntherapie. Zwar haben die meisten aktuellen Ansätze zur Begegnung von Schwierigkeiten im Lesen und in der Rechtschreibung eine positive Wirkung auf die Schriftsprachentwicklung, doch kann sich das Ausmaß dieser Wirkung deutlich voneinander unterscheiden. In wissenschaftlichen Vergleichsstudien sind vier Erfolgsmerkmale zutage getreten, die eine erfolgreiche Förderung des Lesens und des Schreibens aufweisen sollte: Ein erfolgreiches Trainingsprogramm sollte ein hohes wöchentliches und niedriges tägliches Pensum umfassen, eine individuelle Förderung beinhalten, linguistisch orientiert sein und den Umgang mit Silben und größeren Strukturen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stellen.
Der Erfolg einer Förderung des Lesens und der Rechtschreibung hängt vom wöchentlichen Trainingspensum ab. Ein erfolgreiches Trainingsprogramm sollte innerhalb einer Woche häufig stattfinden und darf sich nicht auf nur einen Tag oder zwei Tage beschränken. Demgegenüber ist ein hohes tägliches Pensum nicht förderlich für den Erfolg des Lese-/Rechtschreibtrainings. Schon zwanzig Minuten an einem Tag reichen aus, wenn mehrmals wöchentlich gefördert wird.
Ein Training des Lesens und der Rechtschreibung sollte einzeln oder in einer Kleingruppe erfolgen. Im Rahmen einer größeren Gruppe ist es nicht möglich, Kindern mit einer Lese-/Rechtschreibschwäche eine ausreichend differenzierte Förderung zukommen zu lassen.
Der Umgang mit sprachlichen Strukturen sollte im Mittelpunkt der Bemühungen eines Trainings des Lesens und der Rechtschreibung stehen. Eine erfolgreiche Förderung baut auf einer gründlichen Diagnose der bestehenden Lese- und Rechtschreibkompetenz auf. Diese soll diejenigen Strukturen der Schriftsprache bestimmen, deren Umsetzung dem betroffenen Kind Schwierigkeiten bereiten. Die tägliche Trainingsarbeit setzt sich dann mit diesen Strukturen auseinander.
Während weniger erfolgreiche Ansätze vornehmlich Buchstaben-Laut-Beziehungen fördern, berücksichtigt ein erfolgreiches Lese-/Rechtschreibtraining alle linguistischen Strukturen, die im Schriftspracherwerb bedeutsam sind. Dies beinhaltet die Silbenstruktur eines Wortes, seine Betonungskontur und ggf. bedeutungstragende Wortteile.
Aufgrund der hohen Komplexität des Schriftspracherwerbs erfordert auch ein Lese-/Rechtschreibtraining, das nach den genannten Kriterien als erfolgsversprechend einzustufen ist, eine langfristige Trainingsperspektive. Im Falle einer ausgeprägten Lese-/Rechtschreibschwäche ist in der Regel davon auszugehen, dass eine mehrjährige Förderung erforderlich ist. Dies gilt insbesondere für Kinder, die erst spät mit dem Training beginnen.
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